Gedichte
Inventur
In meinem trüben Spiegelglas
verleben und versterben
tausend Nichtigkeiten.
Im tiefsten Eck
vertrocknet ein Scherbenhaufen,
der sich einst ’Herz’ nannte – nebendran ein Kehrblech.
Vor dem Fenster bodenwärts
bergen Lachen von Erbrochenen
verfälschtes Glück.
Meine gefäustete linke Hand
verharrt schon lang
auf einem splittrigen Holzbrett.
Der feste Griff zu meiner Rechten
verdeckt die vom Tränenstaub
gefeuchtete Türklinke.
Durch den Zugang hindurch,
füllen seichte Klänge meinen Atem
mit Leben.
Ein zerströmender Herzschlag
verleitet mich zum höchsten Besitz,
dessen Sklave ich zugleich auch bin.
Das Lebenselixier meiner Liebe.